Granatapfel

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(Punica granatum)

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Ursprünglich aus Persien stammend, fand der Granatapfelbaum seit der Antike Verbreitung im Mittelmeerraum und im Nahen Osten. Funde aus Zeiten der Bronzezeit liegen aus Jerusalem, Ägypten (Grabgemälde aus der Zeit um 2500 v. Chr., Grabbeigabe aus der Zeit 1150 v. Chr.) und China vor.

Heutzutage findet er sein Verbreitungsgebiet in Südeuropa vor allem in Spanien und der Türkei und erstreckt sich über den Kaukasus und den Iran bis nach Pakistan, Indien und China. In Indien als Gewürzpflanze angebaut, zählt er mit Zitrone und Pfirsich zu den sogenannten Drei gesegneten Früchten des Buddha. In Indonesien ist er bekannt unter dem Namen delima. Ferner wird Granatapfel in Ägypten und Israel angebaut.

Eigentlich ein sommergrüner, dürreresistenter Baum, der eine Höhe von bis zu 5 m erreicht, wird er auf Plantagen meist als Strauch kultiviert. Seine ausladende Breite kann bis zu 3 m betragen. Das Alter einiger Exemplare wird mit mehreren hundert Jahren angegeben.

Die Rinde ist von rotbrauner bis grauer Färbung. Die tiefroten bis gelben Blüten zieren den Baum im Frühjahr und Sommer. Seine apfelähnlichen, je nach Reifegrad grünen bis leuchtend-roten, nicht-klimakterischen (nicht nachreifenden) Früchte sind botanisch streng betrachtet Beeren. Die Samen in den Kammern im Innern sind von einem saftreichen Samenmantel umgeben und essbar. Die Ernte der Früchte erfolgt von September bis Dezember.

Wirtschaftlich wird der Granatapfel umfassend - nicht nur als Lebensmittel (Obst, Säfte, Genadinesirup) - genutzt. Unterschiedliche Abkochungen der Schale, der Früchte oder nur deren Saft wurden je nach kultureller Region zum Färben von Orientteppichen, Wolle oder zum Einsatz als Schwarztinte genutzt. Im Mittelalter erfreute sich die Abkochung gerbstoffhaltiger Pflanzenteile einer Anwendung als Wurmmittel.

An Inhaltsstoffen weist er erhebliche Mengen an antioxidativ wirkenden Flavonoiden (Anthocyane und Quercetin) und Polyphenolen (Punicalagin, Ellagtannin, Gallotannin, Crosmine, Gallussäure, Ellagsäure) auf sowie neben Kalium, Kalzium, Eisen die Vitamine C und K.

Neuere medizinische Forschungen bestätigen nicht nur sein immenses antioxidatives und anti-inflammatorisches Potential, sondern bescheinigen dem Granatapfel profunde medizinische Wirkungen. So stellte er sich bei Diabetikern als cholesterinsenkend heraus. Er besitzt reduktive Wirkung auf arteriosklerose Ablagerungen an Gefäßwänden und zeigt positiven Einfluss auf Arthritis und Arthrose. Studien zufolge unterstützt er offenbar umfassend die Therapie bei Prostatakrebs.

Die moderne Kosmetikindustrie nutzt vor allem das erhebliche antioxidative Potential seiner Flavonoide und Polyphenole und setzt Granatapfel in pflegenden Formulierungen im Rahmen von an Anti-Aging orientierten Rezepturen ein.