Guave

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Psidium (guajava)

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Familie: Myrtengewächse

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Guaven sind etwa apfelgroße, ei- bis birnen-förmige Früchte, die botanisch streng betrachtet eigentlich Beeren darstellen. Ihre wachsartige, zunächst feste Schale wechselt je nach Reifegrad in der Farbe von grün bis gelb; die Schalen einiger Arten weisen rote Färbungen auf. Mit zunehmender Reife wird die Schale weich. Das weiche Fruchtfleisch ist entsprechend der Zugehörigkeit verschiedener Sorten in der Farbgebung weißlich, gelblich-grün oder lachsfarben. Die Kerne liegen im Fruchtfleisch in ein schleimartiges Gallert eingebettet und können mitgegessen werden.

Die Heimat der Guaven mit insgesamt etwa 100 Arten liegt im tropischen Amerika, vermutlich auf Haiti. Kommerziell angebaut werden Guaven heutzutage in tropischen und subtropischen Gebieten weltweit. Vor allem wird dabei die Art Psidium guajava genutzt.

In die Familie der Myrtengewächse zählend, handelt es sich bei der Guave um einen immergrünen, bis 2 Meter Höhe erreichenden strauchähnlichen (mehrstämmigen) Baum. Die Ernte erfolgt ganzjährig. Die sowohl duft- als auch geschmacksintensiven Früchte entwickeln sich schon an jungen Bäumen ab einem Alter von 2 bis 4 Jahren. Der Hauptertrag wird an 6 bis 8 Jahre alten Beständen erreicht.

Die Früchte, die ein Gewicht von je nach Sorte zwischen etwa 120g und 150 g erreichen können, gelten als besonders reich an den Vitaminen A (als Provitamin) und C. Die Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe variiert je nach Sorte, Herkunft und Standort. Insgesamt weisen sie ein Spektrum an Vitamin A, C und den Vitaminen der B-Gruppe (vor allem Niacin, darüber hinaus wesentliche Mengen an Folsäure, B2, B6) sowie Kalzium, Phosphor, Eisen, Kalium, Kupfer, Zink und Selen auf. Darüber hinaus sind die Früchte sehr pektin-haltig und reich an Flavonoiden, Polyphenolen und Carotinoiden. Die Früchte insbesondere der Psidium guajava sind ausgesprochen reich an Vitamin C, während die der Sorte Psidium littorale (mit blutroter Schale) vorrangig hohe Gehalte an Eisen und Magnesium aufweisen.

In der nativ-amerikanischen Volksmedizin fanden die Blätter der Guave Verwendung gegen Diarrhöe sowie - ebenso wie die Rinde - in der Behandlung von Diabetes. Zudem werden ihnen mikrobielle Eigenschaften zugeschrieben. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts erforscht die moderne westliche Wissenschaft die volksmedizinischen Zusammenhänge und schreibt den Blättern mit ihrem Reichtum an u.a. Gerbstoffen, Flavonoiden, Polyphenolen, Carotinoiden, Quercetin weitreichende anti-inflammatorische und analgetische Wirkungen zu. In vitro wurden krebs-hemmende Wirkungen, die auf den hohen Gehalt an Polyphenolen und Flavonoiden zurückgeführt werden, beobachtet. Eine thailändische Studie hat für das aus den Blättern extrahierte ätherische Öl in vitro anti-kanzerogene Wirkungen nachweisen können.

Die moderne Kosmetikindustrie nutzt weitestgehend den Extrakt der Früchte vor allem der Sorte Psidium guajava, die mit ihrer Bandbreite an sekundären Pflanzenstoffen und hohen Nährstoff-Gehalten zur Gesunderhaltung und zur Hydratation der Haut beitragen.