Echter Ginseng

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(Panax ginseng)

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Synonym: Koreanischer Ginseng

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Chinesisch
Linsun (Peking-Dialekt)
Shen-sen (Mandarin)

Koreanisch
Insam (kultivierter)
Sansam (wild wachsender)

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Der Echte oder Koranische Ginseng aus der Familie der Efeugewächse (Araliaceae), eine der bedeutendsten Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin aus den Waldregionen Koreas, Ost-Chinas und Ost-Sibiriens, gilt als eines der ältesten Heilmittel der Welt. Seine Wurzel ist natürlicher Weise weiß und spindelförmig mit menschenähnlicher Gestalt. In ihr überdauert die mehrjährige, etwa 80 cm Höhe erreichende Pflanze den Winter.

Diese wohl bekannteste asiatische Arzneipflanze wird seit Jahrtausenden in China in der dortigen Heilkunde angewandt. Aufzeichnungen über ihren medizinischen Gebrauch reichen bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurück. Beschrieben wird sie im pen t´sao ching als umfassend stärkendes Heilmittel mit breitem Anwendungssprektrum.

Droge ist die Wurzel, frisch (als Lebensmittel genossen und als solches weit verbreitet) oder getrocknet. Erhältlich ist sie als weiße oder rote Wurzel.

Weiße Wurzel
Die weiße Wurzel ist geschält, gebleicht und in der Sonne getrocknet. Diese ist ein Jahr lagerfähig ohne nennenswerte Nährstoffverluste. Der Geschmack ist der einer latent bitteren Süßholzwurzel. In neuer Zeit gibt es auch gänzlich unbehandelte, weiße Wurzeln.

Rote Wurzel
Die rote Wurzel entstammt derselben Pflanze und wurde über Wasserdampf für 2 bis 3 Stunden bei 120 bis 130 Grad Celsius gedämpft und anschließend getrocknet, wodurch die Rotfärbung zustande kommt. Diese Prozedur ist eine traditionelle Art, die Wurzel resistenter gegen Degeneration infolge Fäulnis und Bakterien werden zu lassen und so ihre Lagerfähigkeit auf etwa 5 Jahre zu erhöhen. Durch weiter ausgereifte, moderne Verfahren der heutigen Zeit ist dieses Verfahren nicht mehr notwendig und ebenso wenig wünschenswert, da die Wurzel dadurch an Wirkstoffen, vor allem Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen sowie einigen Ginsenosiden signifikant einbüßt. Ihr Geschmack ist herber als der der weißen Wurzel und leicht seifig.

Als Heilpflanze auch im Westen mittlerweile sehr begehrt, ist ihr natürliches Vorkommen dadurch stark dezimiert. Gewerblich wird sie deshalb in China, Russland, Korea, Japan und Deutschland (Niedersachsen und Brandenburg) kultiviert. Zucht und Anbau gestalten sich schwierig und langwierig. Ursprünglich Waldpflanze im schattigen Unterholz der Bergregionen Koreas und der Mandschurei, erfolgt ihr Jahre währender Anbau kultiviert auf im Sommer unbedingt beschatteten Feldern, in Asien dies meist auf nördlichen Berghängen in Waldnähe. Die Ernte muss im Bücken und per Hand erfolgen. Pestizide können nicht eingesetzt werden. Ihre Wurzeln sollten unbedingt ein Alter von sieben Jahren erreichen, ehe sie geerntet werden. Jüngere Pflanzen gelten als pharmakologisch minderwertiger.

Die Wirksamkeit des Ginseng hat sich in vielerlei modernen Studien belegt. Indikationen sind: Müdigkeit und Erschöpfung sowie Depressionen. Es kommt zu einer nachweislich verbesserten Durchblutung des Gehirns mit vermehrter Ausschüttung wichtiger Neurotransmitter. Zudem stärkt sie das Immunsystem, erhöht die Konzentrationsfähigkeit und führt zu schnellerer und umfassenderer Rekonvaleszenz nach Krankheiten. Festzuhalten ist, dass Ginseng als Arzneimittel sich nicht als Medizin gegen ein einzelnes Krankheitsbild wendet, sondern in seiner Wirkung als allgemein die Konstitution stärkendes Tonikum (Adaptogen) aufzufassen ist. Es hat sich herausgestellt, dass das erstaunlich umfassende Wirkungsspektrum des Ginseng auf dem komplexen Zusammenspiel aller Ginsenoside beruht, von denen erst 30 pharmakologisch analysiert sind und die sich untereinander antagonistisch verhalten.

Inhaltsstoffe
Komplexes Gemisch aus mindestens 30 Triterpensaponinen aus den Gruppen

Panaxadiol (Hauptginsenoside: Rb1, Rb2, Rc, Rd)
Panaxatriol (Hauptginsenoside: Rg1, Re),

die sich in ihren Zuckerstrukturen unterscheiden.

Ätherische Öle

Vitamine: Vitamin B5, Biotin, Vitamin C, Niacin, Riboflavin, Folsäure.

In Spuren Mineralstoffe und Spurenelemente

Neuere Studien haben gleichfalls ergeben, dass Ginseng, äußerlich wie innerlich verwendet, einen günstigen Einfluß auf Hautkrankheiten nimmt und auch unter diesem Aspekt als stärkendes Tonikum wirkt.

Die moderne Kosmetikindustrie nutzt diesen Aspekt mittlerweile und verarbeitet Ginsesng in Formulierungen für Shampoos oder Hautpflegeprodukten, die die natürliche Hautgesundheit stärken, anti-oxidativen Stress reduzieren und dermatologischen Alterungserscheinungen vorbeugen sollen.