Myrrhe

.

(Commiphora myrrha)

.

Die Myrrhe kommt in verschiedenen Arten in den Trockenregionen Nord- und Zentral-Indiens, Nordost- Afrikas, der Arabischen Halbinsel, Israels sowie in Südamerika und der Karibik vor.

Sie ist ein laubabwerfender Dornenstrauch mit gelb-roten Blüten, der in verschiedenen Arten bis zu 5 Metern Höhe erreicht. Bei Einritzen der Rinde sondert der Baum ein Öl-Gummi-Harz ab, das unter Sauerstoff-Einfluss erstarrt und das im Ayurveda Indiens, als Guggulu bekannt, zu den wichtigsten Substanzen in der dortigen Medizin zählt. Die nicht-westlich traditionelle Medizin (Afrika, Arabien, Asien) wendet Myrrhe insgesamt bei Wundinfektionen, Bronchialbeschwerden und entzündlichen Magen-Darm-Strörungen sowie bei Rheuma und Gicht an. Ebensolch hohen Stellenwert wie im Ayurveda besaß und besitzt Myrrhe in der Traditionellen Chinesischen Medizin, in der sie Weihrauch gleichgestellt ist und - innerlich wie äußerlich angewandt - Einsatz gegen Rheuma, Arthritis, Schmerzen, Menstruationsbeschwerden findet. Die Arabische Medizin erkannte einen Nutzen bei Hauterkrankungen.

An Inhaltsstoffen weist Myrrhe Saponine, Bitterstoffe, 30 - 60% Gummi, Gerbstoffe, 25 - 40% Harze, Polysaccharide, Schleimstoffe und ätherisches Öl auf.

Das Harz besteht bis zu 10% aus ätherischem Öl, das überwiegend aus Sesquiterpenen besteht. Der Harzanteil setzt sich aus einer alkohol-löslichen Fraktion aus Triterpensäuren, -alkoholen und -estern einerseits und einem hydrophilen Anteil, bestehend aus Schleimstoffen und Proteinen, andererseits zusammen.

Zubereitungen aus Myrrhe wirken desodorierend, adstringierend, entzündungshemmend, schmerzstillend und wundheilungsfördernd. Sie werden zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen vor allem der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches sowie bei Druckstellen angewandt. Myrrhe hat sich als antiseptisch und antiviral erwiesen. Darüberhinaus gelten ihre Inhaltsstoffe als schleimlöend.

Die Myrrhentinktur (als Mazerat in Ethanol) besitzt heute phamazeutische Bedeutung bei Entzündungen der Mundschleimhaut, Aphthen, Parodontose. Auf die Haut appliziert, wirkt sie desinfizierend, adstringierend, wundheilungsfördernd, schmerzstillend und besitzt blutstillende Wirkung. Innerlich angewendet, wird sie verordnet bei Bronchitis und chronischen Darmentzündungen.

Die Aromatherapie bedient sich des antiseptischen, schleimlösenden und auf den Magen-Darm-Bereich wirkenden Spektrums der Myrrhe. In der Phytotherapie wird sie gegen Hautkrankheiten wie Psoriasis eingesetzt.

Verschiedene Myrrhe-Sorten finden aufgrund ihres naturhaft warmen, leicht würzig-süßen Duftes Eingang in die Parfümerie. Dabei wird das Harz als fixierende Komponente verwendet. Das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl wird in der Kopf- oder Basisnote eingesetzt.

Die moderen Kosmetikindustrie nimmt sich der Myrrhe aufgrund ihrer adstringierenden, wundheilungsfördernden, antiseptischen und regenerativen Wirkunen an. Mitunter wird sich auf feuchtigkeitsspendende Eigenschaften der Myrrhe berufen.