Rosskastanie

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(Aesculus hippocastanum)

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Baum des Jahres 2005
Arzneipflanze des Jahres 2008

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Die Rosskastanie ist ein über 25 m Höhe erreichender, sommergrüner Laubbaum mit zahlreichen Varietäten. Vor der letzten Eiszeit ursprünglich in ganz Europa vorkommend, zog sie sich im Verlauf der Eiszeit in die Mittelgebirge Nordgriechenlands, Albaniens und Mazedoniens zurück. Im Zuge der Türkenkriege eroberte sie sich ihre ursprüngliche Heimat sowie einen festen Platz in der Volksheilkunde zurück. Heute kommt die Rosskastanie durch Kultur in ganz Europa bis Zentralasien (Himalaya) vor.

Hauptsächliche Droge sind die Samen.

Inhaltsstoffe der Samen sind neben Stärke, Ölen, Eiweißen zunächst Aescin (ein Komglomerat aus 30 Triterpensaponinen, die ingesamt als Aescin bezeichnet werden) mit bis zu 5% des Trockengewichts. Hauptsaponine darunter sind das Protoaescigenin und Barringtogenol. Bestandteil des Aescins ist auch Aesculin, das als sekundärer Pflanzenstoff zu den Cumarinen gehört.

An Flavanolen kommen Quercetin und Kämpferol vor.

Die Samenschale weist Proanthocyanidine und Gerbtoffe (Oligomere von Epicatechin und Catechin) mit Procyanidin-B2 als Hauptkomponente auf.

Die Blüten enthalten vor allem Aesculin und Flavonoide.

Die Rinde ist reich an Aesculin und Gerbstoffen. Die Blätter ähneln in ihrem Inhaltsstoffmuster dem der Rinde.

Indikationen sind Veneninsuffizienz, Ödeme, Kapillarschwäche, Juckreiz der Haut. Nachweislich hat der Extrakt der getrockneten Samen in Synergie seiner gesamten Wirkstoffe schwellungshemmende sowie tonisierende Wirkung. Er wirkt entzündungshemmend und adstringierend sowie gegen den Abbau der Festigungselemente der Aderwände. Die Kommission E bestätigt ihm eine gesicherte Wirkung bei Bein- und Lymphödemen, Veneninsuffizienz, Schwellungen, Krampfadern und Hautirritationen.

Des hohen Saponingehaltes wegen, der durch Schütteln in Wasser Schaumbildung verursacht, wurde der Extrakt früher zum Waschen verwendet.

Die Kosmetikindustrie setzt ihn seit langem in Formulierungen, die der Stärkung der Venen und Kapillaren dienen sollen, ein. Die moderne Forschung setzt auch auf die durchblutungsfördernden, entzündungshemmenden und adstringierenden Wirkungen.