Gemeine Nachtkerze

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(Oenothera biennis)

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Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Gemeine Nachtkerze, die sich als Neophyt erst Anfang des 17. Jahrhunderts, noch dazu als Zierpflanze, in Europa verbreitete, ist in allen ihren Teilen essbar. Von der indigenen Bevölkerung Nordamerikas wurde sie seit jeher als Heilpflanze verwendet. In unseren Breiten besitzt heute das aus den Samen gewonnene Öl eine vor allem natur-medizinische Bedeutung, das als Arznei äußerlich aufgetragen oder innerlich eingenommen zur Linderung der Symptome des Atopischen Ekzems dient.

Das Öl aus den Samen ist reich an ungesättigten Fettsäuren.

Ihr Gehalt an der äußerst hochwertigen Gamma-Linolensäure (populärwissenschaftlich kurz GLA genannt), eine Omega-6-Fettsäure, macht im Durchschnitt etwa 10 - 14% am gesamten Fettsäurespektrum aus. Durch die spezifische, sehr hochwertige Zusammensetzung seines Fettsäurespektrums mit hohem Gehalt an Linolsäure und wesentlich geringerem Gehalt an Ölsäure ist es sehr geeignet, die Hautstruktur und ihre Aufgabe als Hautbarriere nachhaltig zu verbessern. Insbesondere auch infolge der großen Mengen an vorhandener Cis-Linolsäure werden entzündliche Prozesse im Körper günstig beeinflusst. Cis-Linolsäure wird im Körper zu Gamma-Linolensäure umgewandelt, die wiederum das anti-inflammatorisch wirkende Prostaglandin E1 produziert. Neurodermitikern wird ein Mangel an Gamma-Linolensäure und ein gestörter Stoffwechsel hinsichtlich des Prostaglandins E1 zugeschrieben. Daher wird bei dermatitischem Hautzustand heute entweder das Öl zur äußeren Anwendung oder zur inneren Einnahme verschrieben.

Die Kosmetikindustrie setzt Nachtkerzenöl in Formulierungen für vor allem trockene und reife Haut ein. Seine Zusammensetzung ist sehr geeignet, die Hautbarriere zu stärken und den transepidermalen Wasserverlust der Haut zu minimieren.