Hamamelis virginiana

.

Synonyme: Hamamelis, Hexenhasel, Virginische Zaubernuss.

.

Die Hamamelis virginiana ist eine von fünf Arten aus der Familie der Hamamelis-Gewächse; vier Arten sind reine Ziergehölze, die auch in Europa vorzufinden sind. Die Hamamelis virginiana selbst hingegen ist eine Heilplanze. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, stellte sie eine der wichtigsten Pflanzen der nordamerikanisch-indianischen Naturheilkunde dar.

Es handelt sich um sommergrüne, bis zu 5 Metern Höhe erreichende Bäume und Sträucher, deren Besonderheit darin besteht, dass sie interessanter Weise in der kältesten Jahreszeit Blüten treiben, nämlich zwischen Dezember und März.

Die Droge sind die Blätter (Hamamelidis folium) sowie die Rinde.

Traditionell angewendet wurde Hamamelis von den Indianern Nordamerikas durch aufgelegte Blätter oder den aufgestrichenen Sud aus der Rinde.

In der westlichen Medizin angewendet werden Hamamelisblätter in Form von Tinkturen, Salben, aber auch Umschlägen und Bädern bei leichten Hautverletzungen, Insektenstichen, lokalen Entzündungen von Haut und Schleimhäuten, Hämorrhoiden und bei Venenleiden inklusive Krampfadern. Diese Wirkungen - hautstärkend, adstringierend, gefäßstärkend, anti-oxidativ - sind durch Studien gut belegt. In der Volksmedizin erfolgt eine Gabe auch innerlich bei Durchfallerkrankungen. In der Homöopathie sind die Anwendungsgebiete mit Haut- und Venenleiden ähnlich denen der Pflanzenheilkunde.

Zubereitungen aus der Hamamelis enthalten Gerbstoffe (Tannine), Flavonoide, organische Säuren und ätherisches Öl, wobei die Zusammensetzung je nach Pflanzenteil unterschiedlich ausfällt. So enthält die Rinde einen höheren Gerbstoffanteil als die Blätter, dafür jedoch weniger Flavonoide und ätherisches Öl.

Die Kosmetikindustrie hat die Hamamelis im Hinblick auf ihre haut- und gefäßstärkenden sowie anti-oxidativen Eigenschaften entdeckt und unter diesem Aspekt in vielfachen Formulierungen eingesetzt.