Ratanhia Krameria tiandra

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Die Ratanhia ist ein bis zu einem Meter Höhe erreichender Strauch aus den Höhenlagen der Anden jenseits der 600m. Ratanhia stammt aus Bolivien und Peru und besiedelt bevorzugt karge, trockene, felsige Standorte. Entsprechend stark ist ihr Wurzelsystem entwickelt; die Hautptwurzel ist sehr lang und erreicht durchaus eine Dicke von bis zu 10 cm. Bei Ratanhia handelt sich um eine einzelne Pflanzenart der einzigen Gattung Krameria aus der Familie der Krameriaceae.

Droge ist hier die rotbraune Wurzel (Ratanhiae radix).

Andenbewohner benutzten die Wurzel seit jeher zur Pflege und Heilung des Mund- und Rachenraumes.

In der modernen Pflanzenheilkunde wird sie als adstringierendes Mittel in Form von Tinkturen bei Entzündungen des Zahnfleisches, Entzündungen im Mund- und Rachenraum wie Stomatitis oder Pharyngitis verwendet. Dies erfolgt meist als (verdünntes) Gurgelmittel oder (konzentrierte) Einpinselung. Oft wird Ratanhiatinktur zur Anwendung auch mit Myrrhentinktur gemischt.

In der Rinde der schwach bitter schmeckenden Wurzel finden sich bis zu 15% Catechin-Gerbstoffe, adstringierend wirkende Proanthocyanidine sowie Stoffe aus der Gruppe der Lignane, die hemmend auf das Wachstum von Bakterien und Pilzen wirken sollen. Durch längere Lagerung der Droge entsteht durch Oxidation und Kondensation der Inhaltsstoffe ein roter Farbstoff, das sogenannte Ratanhiarot aus der Gruppe der Phlobaphene.

Die Kosmetikindustrie nutzt die adstringierenden, bakterien-hemmenden, anti-oxidativen sowie regenerierenden Wirkungen der Ratanhia-Wurzel und setzt die Wirkstoffe in Formulierungen mit breitgefächerten Anwendungsgebieten ein.