Mäusedorn

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(Ruscus aculeatus)

Synonyme: Stechender Mäusedorn, Stechmyrte, Dornmyrte

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Arzneipflanze des Jahres 2002

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Mäusedorn, ein immergrüner, bis maximal einen Meter Höhe erreichender Halbstrauch, ist an trockene Sommer angepasst und kommt daher im Mittelmeerraum vor. Botanisch mit dem Spargel verwandt, wird er nach tradierter Auffassung in die Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) eingeordnet, wobei dies allerdings verschiedenen Quellen zufolge nach moderner Auffassung strittig ist. Einige Quellen schreiben ihn den Lilien-Gewächsen zu.

Seine Laubblätter haben sich im Laufe der Evolution auf kleine, bräunliche Schuppen rudimentiert, wohingegen die grünen, blattartigen, in einen Dorn auslaufenden Flach- oder Kurztriebe (Phyllokladien) die Photosynthese übernommen haben.

Was seine Ansprüche an den Boden betrifft, so stellt der Mäusedorn eine genügsame Pflanze dar; er gedeiht auf fast jedem mit Ausnahme des feuchten Bodens. Bevorzugt sucht er sich steinige Hänge.

Droge ist die Wurzel.

Extrakte aus dem Wurzelstock des stechenden Mäusedorns besitzen eine gefäßabdichtende und venenzusammenziehende Wirkung und werden vor allem zur unterstützenden Behandlung der chronischen venösen Insuffizienz (Krampfadern) empfohlen. Dieses Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, Schwellungen, Juckreiz und/ oder nächtliche Wadenkrämpfe. Seine Wirkung setzt jedoch nur langsam ein, so dass eine Behandlung bereits einige Wochen vor der warmen Jahreszeit, in der sich die Beschwerden erfahrungsgemäß verschlimmern, und dann über längere Zeit erfolgen sollte.

Klinische Untersuchungen zur Wirksamkeit bei Krampfadern sind spärlich, allerdings aufgrund des Wirkmechanismus plausibel. Über den Nutzen bei Lymphödemen infolge von Verletzungen oder Operationen herrscht noch wenig Klarheit, da dazu bisher nur wenige Patienten untersucht worden sind und meist ein Kombinationspräparat verabreicht wurde.

Die wertbestimmenden Inhaltsstoffe des Wurzelstocks sind die Steroidsaponine Ruscin und Ruscosid, die nach Hydrolyse ein Gemisch aus Ruscogenin und Neoruscogenin bilden. Diese Verbindungen wirken ähnlich dem Aescin aus der Roskastanie ödemprotektiv und werden zur unterstützenden Behandlung von venöser Insuffizienz sowie bei Hämorrhoiden angewandt.

In der Monographie der Kommission E ist er explizit ausgewiesen “zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch-venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Schwellungen”. So stimuliert der Mäusedorn-Wurzelextrakt den lymphatischen Transport und den venösen Tonus und vermindert damit das Gewebevolumen resp. Wassereinlagerungen in den Beinen. Zudem schützt Ruscusextrakt die Venenstützfaser Elastin, strafft das Bindegewebe und hält die Venen elastisch. Wegen ihrer anti-ödematösen und anti-phlogistischen Wirkung werden die isolierten Steroid-Sapogenine aus Ruscus aculeatus auch gegen Hämorrhoiden angewendet.

Weiterhin wird eine schützende Wikrung auf die Venen, die Verbeserung des lymphatischen Transports und eine antientzündliche Wirkung beschrieben.

In der Kosmetikindustrie wird der Stechende Mäusedorn aufgrund seiner entwässernden, entschlackenden und gefäßstärkenden Eigenschaften in Produkten verschiedener Anwendungsbereiche eingesetzt.