Babylove Zartcreme mit Avocadin und Sonnenblumenöl

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Untertitel: Pflegt und schützt Gesicht & Körper

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Hinweis: Nicht mehr im Sortiment. Nachfolger ist die BABYLOVE Zartcreme in gelbem Tiegel mit allerdings abgewandelter Rezeptur auf der Basis von Mandelöl. Diese ist hier jedoch nicht Gegenstand der Betrachtung.

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Produktinformation:

Inhalt: 150 ml
Konsistenz: Creme
Verpackungsart: Tiegel mit Schraubverschluss
Anbieter: Babylove/ dm-Drogerie

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Beschreibung:

Auslobung des Anbieters:

Babylove Zartcreme pflegt Gesicht und Körper besonders intensiv und schützt die Haut vor dem Austrocknen.

Avocandin enthält natürliche Lipide, die die Eigenschutzfunktion der Haut unterstützen und den natürlichen Feuchtigkeitsgehalt bewahren. Avocandin wird aus Avocadoöl gewonnen und hat sich bei entzündlichen Reaktionen bewährt.

Sonnenblumenöl ist ein wertvolles Pflanzenöl zart und geschmeidig macht.

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Eigene Anwendung:

Erstanden, da ich endlich einmal nachvollziehen wollte, was so viele Verwender an Babykosmetik offenbar so überaus schätzen. Dabei wird nicht nur argumentiert: “Was Babys Haut nützt, kann meiner nicht schaden.” Oft wird geäußert, dass Babypflege per se besser und besser geeignet sei zur Hautpflege. Das konnte ich nie so recht nachvollziehen und schickte mich an, die Probe aufs Exempel zu machen. Überzeugte bereits ein Blick auf die Incis, gab zum Kauf auch den Ausschlag, dass sich die Babylove-Produkte regelmäßig mit Prädikaten aus dem Hause Ökotest ausgezeichnet sehen.

Als hauseigene Marke der dm-Drogerie findet man das Produkt, in pastell-orangefarbenen Tiegel mit Schraubdeckel konfektioniert, selbstredend unter den Produkten des Babysortiments. Der Preis fällt ausgesprochen verbraucherfreundlich aus. Hält die Creme, was sie verspricht, wäre es zu sehr angenehmem Preis erhältlich eine höchst wertvolle Pflege. Entsprechende Hautcremes aus den Regalen des konventionellen Sortiments sind deutlich teurer bei scheinbar minderwertigeren Rezepturen. Dennoch: Was nützt ein hübscher Preis, wenn die Qualität des Produktes nichts hergibt? Insofern wird sich die Creme beweisen müssen.

Erwartungsgemäß gut läßt sich der Tiegel öffnen. Geschützt unter einer Alu-Folie, kommt mit pudrigem, ansonsten aber vergleichsweise neutralem Duft die reinweiße Creme zum Vorschein, deren Konsistenz schon dem Augenschein nach deutlich in schwerlastigere Richtung tendiert. Entnehmen und auftragen läßt sie sich leicht. Ihre Spreitfähigkeit gestaltet sich in einer Weise, dass sie sich so gerade eben noch komfortabel verteilen läßt. Die konsistenzgebenden Eigenschaften des Bienenwachses treten hier bereits hervor. Leider war es in diesem Punkt mit den Positiva damit aber auch schon.

Schon beim Auftrag zeigt sich, wie es um Konsistenz und Spreitfähigkeit der Zartcreme tatsächlich bestellt ist: sie erweist sich als richtig schwerlastig. Nach dem Auftrag verbleibt sie auf der Haut und bildet dort einen Film, der sich auch nicht vollständig wieder abwaschen läßt. Was auf den Händen einen akzeptablen, unter Umständen sogar sehr wünschenswerten Effekt hat, führt auf der Gesichtshaut unter den modernen Prämissen unserer Zeit zu einer Katastrophe. Der okklusive Film macht sich zum einen in Form eines sehr deutlichen Glanzes bemerkbar, der weitgehend nicht erwünscht ist. Zum anderen verhindert er dezidiert, dass die Creme als vernünftige Make-up-Unterlage punkten kann. Zwar läßt sich das Make-up darüber durchschnittlich (= ausreichend) komfortabel verteilen, wird aber infolge des dauerhaft durchdringenden Glanzes optisch zumindest im Verlauf des Tages völlig büro-untauglich. Das Make-up beginnt zu schwimmen; vor allem Augen-Make-up verläuft.

Dies zur Optik.

Ein anderer Aspekt ist der, dass der okklusive Film - der die Haut in durchaus schützender Weise abschirmt - eine natürliche Hautatmung leider völlig be- und verhindert. Die wertvollen Öle mögen natürlicher Art sein, so viel sie wollen: Die Haut fühlt sich unter soviel Schwerlastigkeit einfach unwohl! Dies potenziert sich noch bei warmen Temperaturen. Eine weitergehende und - wie ich finde - relevante Frage, die sich mir in dem Zusammenhang zusätzlich stellt, ist: Wie fühlt sich dabei erst Babys Haut? In meinen Augen eignet sich die Babylove Zartcreme daher leider keineswegs zur Pflege der bekanntlich sehr zarten Haut von Babys!

Hinsichtlich der Pflege (auf erwachsener Haut) finde ich sie, verglichen mit anderen Produkten, durchschnittlich. Sie entpuppt sich als völlig reizfrei und nährt die Haut mit ihren hochwertigen Ölen sehr gut. Besonders zutage tritt dies an der Haut beanspruchter Hände! Ein hydratisierender Effekt, wie man ihn bei modernen Cremes heutzutage gemeinhin erwartet, fällt jedoch völlig weg. Dem entgegen steht: Der war hingegen auch gar nicht ausgelobt. Ausgelobt war ein Schutz vor Austrocknung. Dies wiederum erfüllt die Creme (gerade auch infolge des okklusiven Film), so dass ich hier nicht großartig Punktabzüge ins Feld führen kann und möchte.

Punkten kann die Creme hingegen auch und vor allem als Kälteschutz bei scharfen Minusgraden! Hier wird die Haut optimal geschützt und trägt keinen Schaden infolge eiskalter Temperaturen davon, wie es sonst oft bei herkömmlichen Cremes in strengen Wintern der Fall ist. Allerdings sollte man - wie bei jeder Kälteschutzcreme dringend geboten - nicht vergessen, beim neuerlichen Aufenthalt in warmen Räumen die Creme wieder zu entfernen. Und an dieser Stelle offenbart sich dann doch die Krux dieser Creme unter den erwähnten Anforderungen moderner Zeiten.

Bleiben noch die Incis zur Betrachtung übrig. Als besonders hochwertig und natürlich ausgelobt, findet sich hier nichts, das (gesundheitlich) beanstandet werden kann. Soja- und Sonnenblumenöl werden pflegetechnisch vom Unverseifbaren des Avocadoöl ebenso unterstützt wie von Vitamin E und Magnesium. Die oben beschriebene Konsistenz liefert das Bienenwachs. Analog zur Auslobung fallen keine künstlichen Filmbildner, Derivate des Mineralöls, Farb- oder Konservierungsstoffe ins Auge. Infolgedessen kann man unter diesem Punkt höchst zufrieden sein. Ökötest wäre es sicherlich auch.

Bleibt insgesamt festzustellen: Im Ganzen betrachtet leider aufgrund seiner Schwerlastigkeit ein nur sehr eingeschränkt empfehlenswertes Produkt, vor allem auch deshalb, weil es sich als Babypflege versteht. Als Handpflege exzellent, verfehlt es seinen Sinn und Wert als Babypflege, da die Haut neben all der Pflege leider in der Hautatmung behindert wird — ein, wie ich finde, leider wesentlicher Aspekt.

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Besonderheiten:

Hochwertige, natürliche Inhaltsstoffe.
Ohne Farb- und Konservierungsstoffe.
Frei von Rohstoffen auf Mineralölbasis.
Ohne tierische Inhaltsstoffe mit Ausnahme: Bienenwachs.
Dermatologisch geprüfte Hautverträglichkeit.

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INCI:

Aqua, Glycine Soja Oil, Sorbitan Oleate, Cera Alba, Helianthus Annuus eed Oil, Glycerin, Sorbitol, Parfum, Persea Gratisima Oil Unsaponifiables, Magnesium Sulfate, Polyglyceryl-3 Ricinoleate, Sodium Hydroxide, Tocopherol, Hydrogenated Palm Glyerides Citrate.

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Fazit:

Ein nur mit deutlichen Einschränkungen empfehlenswertes Produkt.

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Meine Bewertung: 5 Punkte.

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Begründung:

Die Pflegeeigenschaften erhalten 7 Punke. Die Anwenderfreundlichkeit erhalten wie auch der Duft je 4 Punkte. Die guten Incis sehen sich mit 9 Punken versehen. Der Einsatz gemäß Auslobung (Babypflege) sieht sich mit 1 Punkt konfrontiert. Macht insgesamt 5 Punkte.